MEMO

Projektübergreifende Vermittlungen in Arbeit

Ausgangssituation:

Herr S. Besuch der Hilfsschule mit anschließendem Abschluss als Teilfacharbeiter zum Betriebsschlosser  und seit mehr als 10 Jahren ohne nennenswerte Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, begann am 02.04.2008 seine Aktivierung bei der RegioVision GmbH Schwerin im Projekt QuEo aus dem Bundesprogramm „Perspektive 50plus“. Mit multiplen Vermittlungshemmnissen ausgestattet, vor allem im Bereich Bildung, Flexibilität und Mobilität  hoffte Herr S. dennoch, am Ende der Projektlaufzeit den Weg zurück in eine bezahlte Tätigkeit zu finden. Aufgrund seiner unzähligen Absagen auf diverse Eigenbewerbungen befand sich Herr S. bereits in der Phase einer zunehmenden Resignation.

Entwicklungsphase:

Nach intensivem Kennenlernen, individueller Berufswegeplanung und ständiger Motivation durch die Teilnahme an Aktivierungsmodulen erhöhte sich die physische und psychische Fitness-respektive  Leistungsbereitschaft. Mit neuem Selbstbewusstsein ausgestattet, bewarb sich Herr S. auch für alternative Tätigkeiten, wie Fahrscheinkontrolleur, Druckerhelfer und Anleiter von 1€-Jobbern. Leider kam es wieder nur zu Ablehnungen. Hauptargument war die mangelnde Grundbildung. Die Laufzeit im Projekt QuEo endete am 01.02.2009. Was tun? Aufgeben wollten weder Herr S., noch sein Jobmentor Manfred Porepp von der RegioVision GmbH Schwerin.

Die erreichten Aktivierungsfortschritte sollten auf jeden Fall erhalten bleiben und weiter ausgebaut werden. In Abstimmung  mit Verbundpartnern, wie Stadtverwaltung-Amt für Soziales und Wohnen, Arge Schwerin und der regionalen Wirtschaft wurde nach einer Lösung gesucht. Herr S. wurde in das Projekt MEMO übernommen. In diesem Verbundprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung können Menschen mit mangelnder Grundbildung besonders begleitet und qualifiziert werden.

Kurzfristig gelang es, über eine Kooperation mit der Beschäftigungsfördergesellschaft Zukunftswerkstatt Schwerin e.V. eine passgenaue Tätigkeit zu finden. Herr S. wurde am 15.02.2009 als Spielplatzbetreuer bei der städtischen Tochter WGS für drei Jahre eingestellt. Das Amt für Soziales und Wohnen gab hier Unterstützung in Form des Kommunal-Kombi-Lohnes.

Die WGS als unmittelbarer Auftraggeber schätzt die Arbeit von Herrn S. sehr. Nach anfänglichen Stolpersteinen hat sich Herr S. zu einem beliebten, vor allem fleißigen, zuverlässigen und freundlichen Mitarbeiter beim Vermieter, als auch bei den Mietern entwickelt. Auch bei seinen Kollegen findet er sehr viel Anerkennung und Achtung.

Ergebnis / Fazit:

Es lohnt sich, besonders bei Zielgruppen mit multiplen und besonderen Vermittlungshemmnissen, durch Projektübergreifendes Zusammenwirken aller maßgeblichen Akteure die Potentiale zu vernetzen, um somit den maximalen Nutzen für alle Beteiligten zu sichern.

Herr S. sagt es mit seinen Worten: „ Das ist genau der richtige Job für mich. Am Anfang hatte ich aufgrund meiner längeren  Arbeitslosigkeit große Probleme, auf Menschen zu zugehen. Ich war sehr verunsichert, durch meine mangelnden Fähigkeiten im Schriftlichen. Durch die Betreuung im Projekt MEMO habe ich mich deutlich verbessert. Insgesamt fühle ich mich selbstsicherer und einfach besser. Jetzt freue ich mich auf meinen ersten Urlaub seit vielen Jahren.“

Herr S. nimmt trotz sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung, in Abstimmung mit allen Akteuren an wichtigen Aktivitäten im Projekt MEMO teil. Damit wird seine berufliche und persönliche Weiterentwicklung nachhaltig gesichert.

Schwerin, 02.07.2009

M. Porepp

-Jobmentor-