Let`s go!

Unser Bloq zum Projekt

Let's Go - RegioVision GmbH Schwerin vermittelt junge Menschen aus Italien in Praktika. Von April bis Juli 2014 realisiert die RegioVision zusammen mit der italienischen Organisation Innovazione Apprendimento Lavoro Toscana (IAL Toscana) sowie weiteren Partnern in Europa das Projekt Let's Go.

Um die Erlebnisse der jungen Italiener und auch unsere multikulturellen Erfahrungen festzuhalten, werden wir auf dieser Seite ein Art Tagebuch anlegen, dass zum hautnahen Miterleben einladen soll.

 

Viel Spaß beim Lesen!

22.04.2014: "Let`s go!" - Italienisches Projekt schickt erste Jugendliche nach M-V

Am Dienstag, den 22.4. 2014, war es endlich soweit  um 18:10 Uhr landeten unsere ersten Italienischen Jugendlichen zum 3 monatigen Praktikum in Hamburg, es regnete in Strömen und war lausig kalt. Na, das kann ja was werden.

Und es wurde etwas. Da kamen sie nun an gelaufen mit riesen Koffern und teilweise auch zwei großen Gepäckstücken voller Vorfreude auf 3 Monate Deutschland. Die Fahrt von Hamburg nach Wittenburg, unserer ersten Station, verlief wie im Flug. Es wurde sehr viel geredet, erst in Englisch, dann in Deutsch. Und zwischendurch immer mal wieder italienisch. Das Quatier für die erste Nacht war das Alpine Center Wittenburg. Vielen Dank für die nette Aufnahme und den gelungenen Empfangsabend.

Nachdem die Zimmer verteilt waren, wurde erst einmal die Skihalle erkundet, und das Erstaunen über die Winterlandschaft war riesengroß. Natürlich gingen sofort ein paar Selfies via Florenz, Pisa, Sena und in die restliche Toskana mit viel Schnee und Sessellift. Danach Essen und Quatschen.

Nachdem alle Gäste mit Lan-Kabel und WiFI-Code versorgt waren, durften wir uns als Betreuer, Kraftfahrer und "wichtigste Deutsche" um 22:30 Uhr zurückziehen.

Mittwoch, der 23.4.2014, der Auftakt und Begrüßungsworkshop wieder im Alpine Center Wittenburg, auch hier wieder perfekt durch die Hausherren vorbereitet, große Spannung und los geht’s. Wie auf den Bildern zu sehen, hatte sich die übliche Gruppenordnung schnell aufgelöst und man lag teilweise malend auf dem Boden. Alle haben sich artig auf Deutsch vorgestellt und ihre Erwartungen rüber gebracht. Nun waren die Offiziellen auch an der Reihe: Gabriella Pusztai stellte den italienischen Partner, die IAL, einem gewerkschaftlichen Träger aus Florenz, vor und alle waren erstaunt, wie groß das Projekt in Italien vorbereitet worden war: 1060 Jugendliche hatten sich beworben, drei Monate nach Deutschland zu gehen.

Einen Monat intensive Sprachvorbereitung in Deutsch und Englisch hatten bereits alle Teilnehmer absolviert. Jürgen Brandt von der RegioVision GmbH Schwerin, welche als Regionalpartner im Projekt „Let´s go“ fugiert, machte die Sache recht kurz und war wie alle anderen gespannt auf die Darstellung der Praktikumsbetriebe. Marjon Hopmann vom Schloss Basthorst starte mit tollen Bildern und viel holländischem Charme. Groß war das Erstaunen, als Volker Wünsche dann die van der Valk Gruppe präsentierte, da es sich dabei auch um Holländer handelt. Und so kam es zu einer ganz leisen Frage „Können die Deutschen kein Hotel?“, aber die Antwort blieb offen :)

Das ist ebenso wie auch  mit der "rein italienischen Gruppe": Jim Eugeneo ist Halbjapaner, Greta wurde in Peru geboren, Bellina ist in Albanien auf gewachsen, Elisas ist in Deutschland auf die Welt gekommen, Michael wurde in Prag geboren, Maryaz` ersten Jahre fanden in Sibirien statt und Organisatorin und Betreuerin Gabriella ist in Budapest aufgewachsen - naja glücklicherweise waren da noch drei "wirkliche" Italiener. Aber so viel Internationalität... Man, ist es schön in diesem Europa zu leben! Keine Berührungsängste, kaum Verständigungsbarrieren, viel Neugier, freudige Spannung, kein Wunder, dass dieser erste „Arbeitstag“ wie im Flug vergangen ist. Danke an Andre und Jörg, dass alles so gut vorbereitet war! Nun wurde es aber ernst, die Gruppe teilte sich, und ein paar Tränen gehörten dazu. Bellina, Beatrice und Michael machten sich mit Marjon Hopmann auf den Weg nach Basthorst. Auch dort war man schon gespannt auf "die Neuen".

Am Wochenende wurde in Basthorst auch noch 10jähriges Bestehen gefeiert, in den Niederlanden der Tag der Königin und dazu das Großevent „Night of Basthorst“. Dort konnten wir unsere "kleinen Italiener" wieselflink durch die Gegend flitzen sehen, und in ihren Servicesbereichen hatten Sie alles voll im Griff. Ganz ehrlich, wir waren richtig stolz auf Euch!

Wie wird es nun weiter gehen? Neben Deutsch lernen und arbeiten, wollen wir Euch unsere Heimat etwas näher bringen.

Ihr werdet Schwerin, Wismar, Rostock, Hamburg kennen lernen, euch die Insel der Chancen im Schweriner See ansehen, wir wollen mit euch über Jugendpolitik in Europa diskutieren und freuen uns natürlich wenn dazu Studenten aus der HdBA und der Hochschule des Mittelstandes kommen.

Drei Monate werde sicher sehr schnell vergehen, das Ende ist heute noch offen: ob bleiben, wiederkommen oder festgestellt haben, dass Deutschland doch nicht dieses Katalogprimaland ist . Wir werden weiter berichten und euch begleiten.  

30.04.2014: Man könnte sagen „es läuft alles“! Und was ist typisch deutsch? Oder besser, „ Sage mir wie ein Projekt startet und ich sage Dir wie es verläuft“.

Für den 30.4.2014 waren wir zum nächsten Gruppentreffen verabredet, dazu gab es bereits im Vorfeld den einen und anderen Anruf. Von italienischer Seite war die Aufregung groß, ob dieser Termin auch wirklich stattfindet und auf der Seite der Gastgeber war man auf das Feedback gespannt. Beim Wiedersehen in Schwerin in den Räumlichkeiten der Regio Vision war die Freude riesengroß. Unsere heutige Aufgabe – typisch deutsch – den Aufenthalt weiter etwas zu strukturieren und unsere Heimatstadt Schwerin vorzustellen.

Bei der Struktur und den Zielen der Reisetage erfuhren wir die Wünsche der Gäste und rieben uns erstmal die Augen. Na klar: Hamburg, Berlin, Rostock  vielleicht - aber Düsseldorf, Köln, Potsdam, München, Dresden und Heidelberg  überraschten uns ein wenig und es mussten für das erste Entfernungen und Reisezeiten geklärt werden. Man einigte sich auf typisch deutsche Städte, die man kennenlernen will – aber was ist wieder typisch deutsch.

Fangen wir heute mit Schwerin an. Für uns als Betreuer, auch mit einigen neuen Erfahrungen verbunden – die Fahrt mit dem Nahverkehrszug vom Margaretenhof zum Hauptbahnhof Schwerin, Fahrkartenautomat Fehlanzeige, Bezahlen im Zug ein Abendteuer, keine Gruppenfahrkarte, keinen Studentenrabat, sondern 11 Einzelfahrscheine, die dann auch gerade so mit der Einfahrt in den Hauptbahn ausgedruckt waren. Ein großer Teil der Fahrgäste konnte somit kostenfrei diese Strecke zurücklegen.  Erster Test am Hauptbahnhof: gibt es ein freies WIFI-Netz? Fehlanzeige, also lasst uns in die Stadt gehen. He, Super – mitten in der Stadt eine Fontäne und dieser herrliche See- wie schön. In der Mecklenburgstraße waren wir als Schweriner selbst erstaunt, wie viele 1,00 Euro-Läden es gibt und diese wurden nun in Beschlag genommen. Dabei konnten unsere Gäste das eine oder andere Nützliche für sich entdecken, kamen aber in der Masse mit reichlich Kram und Plunder wie sie selber feststellten da raus. Unsere nächste Station der Dom, um unsere Stadt von oben zu präsentieren. 220 Stufen können schon eine Herausforderung sein, aber das Beste: es gab Beschreibungen in Italienisch und die Aufsicht der Domgemeinde legten sofort  einen vereinfachten Gruppenpreis fest. Klasse. Nachdem wieder Domgruppenfotos gemacht wurden, trafen wir zufällig auf den Markt eine merkwürdige Gestalt.

So ein komisch verkleideter Kerl – der läuft immer so rum und ist eine Sagengestalt – Petermännchen, natürlich musste der nun erstmal zum Fotoshotting mit unseren Mädels, aber bitte nicht den Kragen anfassen. Durch eine wunderschöne und sehr belebte Stadt zogen wir mit einer kleinen Pause und dem Tasting des neuen italienischen Cafes in der Puschkin Passage zum Schloss.

Der Bilderrahmen im Schlossgarten war für nun gefühlte Stunden belegt. Jede Ente wurde einzeln begrüßt und digitalisiert. Auf der Liebesinsel angekommen war die Welt absolut in Ordnung, hierbleiben wir! Hallo, unser Zug fährt in 13 Minuten vom Schlossparkcenter ab. Typisch deutsch … Also vergesst es, wir werden improvisieren. Nach einer gefühlten Ewigkeit ging es nun zum Bahnhof durch die gesamte Innenstadt. Wie viele Italiener waren wir? Neun? Da kamen wir an einem Vodafone Shop vorbei, da waren´s nur noch Fünft, bei C&A und H&M vorbei fehlten jeweils immer nochmal Zwei. Was mich beeindruckt  hat, wie schnell und ruhig sie jedes Mal weg waren. Nach reichlich Wartezeit waren wir dann wieder vereint und nun gab es erstmals eine typisch deutsche Ansage, um wenigstens als komplette Gruppe zum Bahnhof zu kommen.  Der Abschiedsschmerz war wieder recht groß, aber alle waren zufrieden und bedankten sich für einen tollen Tag. Um die Mobilität unserer Gäste zu erhöhen, versuchten wir noch bei den Busfahrern einen Fahrplan für das Umlandverkehrssystem zu bekommen. Auch wenn Sie alle sehr freundlich waren, was Einheitliches gab es nicht. Unterschiedliche Verkehrsgesellschaften, jede mit eigenen Plänen und auch nur mit ihrem Detailwissen ausgestattet. In anderen deutschen Städten und Regionen haben sich da Verkehrsverbünde bewehrt – aber wir sind halt in Mecklenburg- na dann bis in 100 Jahren. Sichtlich verwirrt, aber dankbar, ging somit ein wundervoller Tag zu ende.

Zur Beruhigung der Gastgeberbetriebe: alle Teilnehmer sind zufrieden, fühlen sich fair behandelt und freuen sich weiter auf die nächsten Wochen.

09.05.2014: Die Insel der Chancen

Hallo, habt Ihr schon den Schweriner Express gesehen? Unsere Beatrice ist noch keine 10 Tage in Deutschland und Ihr Foto ist schon auf der Titelseite. Natürlich sind schon die ersten 10 Exemplare auf dem Weg nach Italien und sag´ mal Jörg, kennst Du die Phudys, die waren in Wittenburg und haben bei uns übernachtet. Auch wenn sie schon ganz schön alt sind, wir haben ein Autogramm bekommen.

Was machen wir heute und wo sind eigentlich die anderen? So starteten wir den heutigen Tag zur Insel der Chancen – Kaninchenwerder.

Ah, da kommt Bellina. Sie wurde gestern 28., erstmal drücken und beglückwünschen. Oh, da kommen ja noch mehr…  Wer ist das?  Polen? Deutsche, die ganz gut italienisch können? Super, wir sind international! Was? Das ist Frau Oberbürgermeisterin? Nee, sie ist doch mit dem Fahrrad gekommen und ganz alleine ohne Gefolge hier. Hat Sie denn auch was zu sagen hier? Wir werden sehen.

Nun geht es mit der Weißen Flotte zur Insel. Warum heißt die „weiße Flotte“ eigentlich so?

Ein toller See, aber welches Meer beginnt dahinten? Kommt lasst uns noch oben gehen, da können wir besser sehen, den Wind spüren und die Sonne begrüßen. Weißt du eigentlich, warum das jetzt hier so kalt ist und regnet? Nee. Weil wir jetzt in Italien schönes Wetter haben. Okay.

Was ist Insel für Chancen? Sind die dort gefangen? Aber das ist doch immer Urlaub auf so einer Insel.

So nun kommen erstmal ein paar offizielle Statements und Ausführungen, aber warum sprechen die Deutschen immer so schnell und machen keine Pausen  zum Übersetzen, wenn Sie wissen, dass Gäste da sind? Haben die Polen alles verstanden? Was? Auch nicht? Dann sind wir jetzt nur nett und ruhig.

Gibt es hier auch was Vegetarisches zu essen? In Italien sind gefühlte 2/3 der Menschen Vegetarier und in Deutschland 90 % Fleischesser. Ja, das sieht man auch. Danke, aber wir denken immer mehr nach über das bewusste Essen. Okay.

Darf man auf der Insel übernachten? Warum sind hier so wenig Jugendliche? Warum kommen hier so wenige Menschen her? Es  ist doch wunderschön hier! Wollen wir Volleyball spielen? Los, da ist ein Ball.

Und los ging es, während sich die hohen Verantwortlichen im kalten Bewirtungsraum der Insel versuchten, wenigstens die Köpfe heiß zu reden und zu philosophieren, was man noch hier machen sollte. Begann  ein kleines Volleyballevent und Ruck Zuck waren Polen, Italiener und wir - deutsche Betreuer vereint. Ah, da kommt ein Offizieller – Jürgen. „Wir geben ihm jetzt den Ball zum Angeben“ – sagte Michael. Jürgen machte mit seinem gewohnten sportlichen Ehrgeiz einige sehr gute Angaben und holte so ein paar Punkte, richtig mitspielen wollte er nicht. „Na, dann gebe  den Ball wieder her, du hast nun genug angegeben!“   Es wurde leider eine vorgezogene Abfahrtzeit von der Insel durchgesetzt und unser Volleyballturnier abgebrochen. Eine Wiederholung wurde aber für Juli vereinbart. Auf dem „Dampfer“ waren sich dann unsere ausländischen Gäste sehr schnell einig: „wirklich eine Insel der Chancen, da muss man was machen und das auch nicht nur mit Projekt!“ Kleine Ideenansätze wurden bereits diskutiert und ein weiterer Austausch darüber vereinbart.  

In Schwerin wieder angekommen, regnete und gewitterte es gewaltig. Als Überraschung gab es nun noch für Bellina eine  kleine Geburtstagstafel mit Kaffee und Kuchen, vorab natürlich mit musikalischen Ständchen auf polnisch, deutsch und italienisch. Ja, der Tag war wieder sehr schnell vorbei.


16.07.2014: ...wir sehen uns wieder!

Nach kurzer Vorbereitungszeit in Italien, sind wir am 22. April 2014 abgeflogen, um deutsche Erfahrungen in der Hotellerie zu sammeln.

Wir sind neun italienische junge Leute aus der Toskana. Wir kannten einander nicht, als das Projekt anfing, trotzdem wollten wir zusammenbleiben, aber leider wurden wir aufgeteilt. Drei von uns sind im Schloss-Hotel Basthorst und die anderen sechs  sind im Alpincenter Van der Valk Hotel Wittenburg eingesetzt worden. Trotz der Entfernung haben wir es geschafft und eingerichtet, dass wir uns regelmäßig trafen. Wir waren sehr viel in Mecklenburg-Vorpommern und in Deutschland unterwegs.

In beiden Hotels haben wir in verschiedenen Abteilungen gearbeitet z.B. Rezeption, Housekeeping und Gastronomie in job rotation. Für einige von uns war es das erste Mal im Hotel zu arbeiten, für andere wiederum die erste Auslandserfahrung. Einige von uns haben in diesem Bereich schon gearbeitet, trotzdem war es schwierig wegen der deutschen Sprache.

Die ersten Tage waren sehr anstrengend, aber mit Geduld und dder Hilfe der Kollegen konnten wir uns immer besser verstehen.

Wir haben uns bemüht und das Beste gegeben.

Wir danken Ihnen für diese schöne Erfahrung. Wir hatten die Möglichkeit zu arbeiten und auch zu reisen, neue wunderschöne Orte in Norddeutschland kennenzulernen.

Auf diese Art und Weise hatten wir die Gelegenheit gehabt, insbesondere durch unsere Kollegen, die deutsche Kultur, Sprache und die Mentalität kennenzulernen.

Wir hoffen, wir sehen uns wieder!

 

Danke und Tschüß

Belina, Mariachiara, Jessica, Greta, Maryna, Elisa, Beatrice, Jin und Michael