Jobstarter "ask for change"

Das Projekt

Mit dem Programm "Jobstarter plus" fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung bundesweit 18 regionale Projekte, die sich an Studienabbrecherinnen und -abbrecher richten. Ziel ist es, die jungen Menschen für eine duale Berufsausbildung zu gewinnen.

Die Hochschule Wismar und ihr Verbundpartner RegioVision GmbH Schwerin machen es sich mit dem Projekt "ask for change" zur Aufgabe, Unternehmen für wechselwillige Studierende zu sensibilisieren, attraktive Ausbildungsangebote zu finden und die wechselwilligen Studierenden auf dem Weg in die Ausbildung zu begleiten. Über die enge Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sollen die Unternehmen der Region die Gruppe der wechselwilligen Studierenden stärker als bisher als potenzielle Fachkräfte wahrnehmen. Die Hochschule Wismar spricht mit dem Projekt „ask for change“ schon Studierende in den ersten Studiensemestern an, um ihnen Alternativen aufzuzeigen. „Die Hemmschwelle muss niedrig und ein Wechsel positiv besetzt sein“, sagte Doreen Heydenbluth-Peters. Lotsen und Mentoren stehen deshalb den Studierenden frühzeitig bei ihren Entscheidungen zur Seite.

Das Jobstarter-Projekt "ask for change" bringt Studienabbrecher, Kammern und Betriebe zusammen. Den Abbrechern eröffnen sich durch eine berufliche Ausbildung ganz neue Karrierechancen.

Die Verbundpartner

RegioVision GmbH Schwerin

Weitere aktive Partner im Projekt sind:

  • Unternehmerverband Norddeutschland Mecklenburg-Schwerin e.V.
  • Industrie- und Handelskammer zu Schwerin
  • Handwerkskammer Schwerin
  • Bundesverband Mittelständischer Wirtschaft, Wirtschaftsregion MV
  • Agentur für Arbeit Schwerin

Im Interview: Projektleiterin Doreen Heydenbluth-Peters

Doreen Heydenbluth-Peters von der Hochschule Wismar (Quelle: BMBF/Rickel)

Studienabbrechern Perspektive geben

Doreen Heydenbluth-Peters leitet den Akademischen Service für Karrierefragen (ASK) an der Hochschule Wismar. Sie ist zuständig für das Projekt „ask for change“, das ab diesem Jahr durch das Programm „Jobstarter plus“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Sie berät Studierende, die einen Wechsel wollen. Ein Interview mit bmbf.de  

Frau Heydenbluth-Petes, wie entsteht der Kontakt zu den Studierenden, die ihr Studium abbrechen wollen oder schon abgebrochen haben?

Zunächst unterscheiden wir zwei Gruppen von Studienabbrechern. Die einen merken sehr früh, in den ersten Semestern schon, dass ihnen das Studienfach nicht liegt. Aber es gibt auch Studierende, die bis zum Schluss studieren, eigentlich auch gute Leistungen haben und dann eine besonders schwierige Prüfung lange aufschieben und letztlich nicht bestehen. Dem wollen wir vorbeugen und haben deshalb ein Tutorenprogramm entwickelt. Change-Lotsen sollen die Studierenden vom ersten Tag an der Hochschule betreuen und zu wirklichen Begleitern werden. Wir sind der Meinung, dass sich Studierende, die gerade zweifeln, dann am ehesten einer Person anvertrauen, die sie schon länger kennen.

Was passiert, wenn die Studierenden dann also zu Ihnen kommen?

Wir müssen schauen, woran es liegt. Vielleicht ist es nicht die richtige Hochschule, nicht das richtige Fach – oder das Hochschulsystem ist generell nicht das richtige für eine Person. Manchmal kann aber auch ein Auslandssemester die Lösung sein. Der Wunsch, ein Studium abzubrechen, ist sehr individuell. Im Gespräch können wir darüber schon einiges erfahren.

Ihr Projekt läuft durch die Förderung des BMBF neu an. Wie sehen die nächsten Schritte aus?

Wir möchten uns gemeinsam mit unserem Partner RegioVision GmbH Schwerin in der Wirtschaft so vernetzen, dass wir jeden Studienabbrecher individuell und gut beraten können. Mit den Unternehmen im Umland möchten wir eng zusammenarbeiten, damit Studienabbrecher wieder eine Perspektive haben und sich wertgeschätzt fühlen. Das wäre ein großer Erfolg – für den Studienabbrecher genauso wie für uns.

Quelle: http://www.bmbf.de/de/25747.php

Zum Programm JOBSTARTER plus

Betriebe unterstützen, Ausbildung gestalten, Fachkräfte gewinnen:
Mit dem Ausbildungsstrukturprogramm JOBSTARTER fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bundesweit die Verbesserung regionaler Ausbildungsstrukturen. Die JOBSTARTER plus-Projekte unterstützen mit konkreten Dienstleistungen kleine und mittlere Unternehmen in allen Fragen der Berufsausbildung und tragen so zur Fachkräftesicherung bei. Durchgeführt wird das Programm von der Programmstelle JOBSTARTER beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert bundesweit 18 regionale Projekte, die sich an Studienabbrecherinnen und -abbrecher richten. Ziel ist es, die jungen Menschen für eine duale Berufsausbildung zu gewinnen.

Die JOBSTARTER plus-Projekte entwickeln und erproben neue Maßnahmen und Modelle zur beruflichen Erstausbildung oder beruflichen Fortbildung von Studienabbrechern. Sie bauen dabei auf den im Studium erworbenen Kompetenzen und Kenntnissen auf. In den Projekten wird die Zielgruppe identifiziert und durch Beratung, Begleitung und Unterstützung für eine berufliche Bildung gewonnen.

Ebenso werden kleine und mittelständische Betriebe bei der beruflichen Aus- und Fortbildung dieser jungen Menschen unterstützt. Für diese Betriebe ist es besonders wichtig, auch leistungsstarke Jugendliche als zukünftige Fach- und Führungskräfte zu gewinnen. Die Projekte informieren und sensibilisieren die Unternehmen für die interessante Gruppe der Studienabbrecher und erarbeiten mit ihnen entsprechende Rekrutierungsstrategien. Dabei geht es auch um die Anerkennung und Anrechnung von Leistungsnachweisen aus einem abgebrochenen Studium.

Das Programm wird aus Mitteln des ESF ko-finanziert. Durchgeführt wird das Programm von der Programmstelle JOBSTARTER beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Seit Beginn des Programms JOBSTARTER im Jahre 2006 sind insgesamt 310 regionale Projekte in sechs Förderrunden an den Start gegangen. 2014 startete mit dem Programm JOBSTARTER plus eine neue Phase der Projektförderung. Das Projekt „ask für change“ wird im Zeitraum Januar 2015 bis zum Dezember 2017 umgesetzt.