




Am 1. und 2. September 2026 hat RegioVision im Rahmen des Interreg-Projekts eRural Resilience zu zwei Veranstaltungen ins Gutshaus Stellshagen eingeladen. Der erste Tag führte durch die Betriebe vor Ort, der zweite war als Arbeitstag zu den Werkzeugen angelegt, die im Projekt entstanden sind.
Tag 1: ein Standort, mehrere Betriebe
Zehn Teilnehmende waren dabei: Erzeugerinnen und Erzeuger aus der Region sowie Mitarbeitende und die Geschäftsführung des Gutshauses. Stellshagen ist kein einzelner Betrieb, sondern ein Standort, an dem mehrere Bereiche ineinandergreifen – Hotel, Landwirtschaft, Bäckerei und Gesundheitszentrum.
Im Obstgarten stehen viele alte Sorten, die in dieser Zusammenstellung kaum noch andernorts zu finden sind. In der Küche ist der Weg vom Feld auf den Teller denkbar kurz: Der Koch geht morgens in den Gemüsegarten und stellt dort zusammen, was es mittags und abends gibt. Beim gemeinsamen Essen konnten die Teilnehmenden das Ergebnis selbst probieren.
Die Mühlenbäckerei hat ihren Generationswechsel erfolgreich abgeschlossen und arbeitet auf stabiler Grundlage – ein Thema, das viele Betriebe in der Region beschäftigt. Brot und Kuchen aus ihrer handwerklichen Produktion standen in den Pausen bereit.
Das Werkzeug aus dem Projekt
Im Zentrum der fachlichen Gespräche stand ein Instrument, das im Projekt entwickelt wurde: ein Selbstcheck für die Beratung kleiner Unternehmen und Gründungen im Bio-Bereich. Er zeigt, wo ein Betrieb bereits gut aufgestellt ist und wo Lücken bestehen – etwa bei Kalkulation, Kennzeichnung oder Online-Vertrieb – und leitet daraus konkrete nächste Schritte ab.
Die Runde hat dazu zahlreiche nützliche Hinweise gegeben. Besonders wertvoll waren die Rückmeldungen zu der Frage, wer das Werkzeug nach Ende des Projekts weiterführen und anbieten kann.
Tag 2: Arbeitsrunde mit Kammer und Landesforschungsanstalt
Der zweite Tag war bewusst klein gehalten: fünf Teilnehmende an einem Tisch, darunter Vertreter der IHK zu Schwerin und der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern. Beide brachten ihre Beratungspraxis ein und gaben sehr konkrete Hinweise, die wir aufgreifen und in die weitere Arbeit einbringen. Über die Weiternutzung der Werkzeuge in Mecklenburg-Vorpommern wird weiter gesprochen.
Zum Projekt
eRural Resilience wird aus dem Interreg-Programm Ostseeraum gefördert. 14 Organisationen aus sieben Ländern entwickeln darin Werkzeuge, mit denen Wirtschaftsförderungen, Kammern und Beratungseinrichtungen kleine Betriebe im ländlichen Raum beim Einstieg in Bio-Erzeugung und Online-Vermarktung unterstützen können. RegioVision ist der deutsche Projektpartner und bringt die Erfahrungen aus Mecklenburg-Vorpommern ein.
Wir danken dem Gutshaus Stellshagen für die Gastfreundschaft und den beteiligten Betrieben für ihre Offenheit.


